kleiner appetizer zu kenia…
bin gut hier aufgeschlagen. hab gleich am ersten tag einen trip nach kiserian, einer kleiner city bei nairobi gemacht, wo die masai ihre ziegen und kuehe schlachten lassen und verkaufen. die sind bunt behangen mit schmuck und edlen tuechern. die ohrlaeppchen sind ausgehoelt und bei altern exemplaren wird das in der gegend umherschlenkerde restohrlaeppchen schnell mal ueber das ohr oben rueber gelegt. aber stolz habe die leute und wer nicht spurrt der bekommt eine auf die fresse. da haben sie solchen stoecke mit dicker endkugel, die gern mal statt der ziege auch zum konkurrenten wandert.. aber es funzt. und das alles inmitten von muellbergen, wo es sich zeitweilig auch mal leute gemuetlich machen, ein tumult von ueberall, haendler mit obst gemuese, frisch gegrilltem, dazwischen laermender poepel, stickende auto wuehlen sich durch die massen und verpesten die luft, ein chaos pur und ich im weissen edeltruck mitten durch.. very strange. anders dann schon in kibera, den groessten slum der welt wie man sagt, hier eher ruehiger aber nicht weniger zermuerbend. ungefaehr 1 million menschen auf ner flaeche so gross wie der potsdamer platz. unglaublich eng. muell, scheisse, kuecvhenabfaelle stapeln sich auf den engen wirren wegen, wo man kaum zu zweit aneinander vorbeipasst, weil man sonst in das elenede rinnsal aus abwaesser und sonst etwas treten muesste. weil keine muellabfuhr existiert bleibt nur der weg zur ablagerung. dabei laufen alle in flipflops rum und kids spielen unbeeindruckt von gestank, muell und enge und gewalt…wir wollen dort auch toiletten bauen, damit wenigstens die basics da sind. wird aber ein schwieriges unterfangen, weil es kein platz gibt. keiner gibt sein ministueck informelles land her…ein riesen problem..aber dazu vielleicht spaeter
now back to work…
seid alle lieb gegruesst aus nairobi
christian
was fuer ein suesse maedchen an einem der wenigen wasserstellen in kibera. das laecheln hat mich ueberzeugt….

hier eine variantion von dusche die nur schockieren kann. die menschen gehen mit einem eimer wasser rein, unter ihnen ein stinkender graben angefuellt mit allerlei eckelerregender substanzen und oben muss balanciert werden auf den von seife und schmodder sicher rutschigen latten, um nicht opfter von genickbruch zu werden oder in einem der naegel auf den lockeren bretter zu werden. ein durchschnitteuropaer waere sicher unfaehig solch eine meisterleistung an feinmotorik, abhaertung und ekelresistenz zu vollbringen…

blick auf kibera, dach an dach, eigentlich nur aeusserst selten etwas gruenes. das bild truegt schon fast anheimelnd so schicklich sieht diese puzzelwerk aus…dazu muss man wissen, dass die slums in keiner offiziellen karte eingezeichnet sind, sie existieren eigentlich nicht, hier wohnen aber die mehrheit der leute. von den 4 millionen vielleicht sogar 3 oder mehr. nobody knows und auf den plaenen sieht nur gruene bereiche, wo man parks und wiesen vermutet.

ein toilettenturm, versteckt im keller die biogasanlage, die die abwaesser aus den toiletten von direkt oberhalb aufnimmt und zu biogas und zaehfluessigen schlamm verwandelt. oben koennen sich die kenianer sogar ein hotel und restaurant vorstellen…aber bei dem zustaenden drum herum, ist das wohl mit der angenehmste ort und dazu mit fantastischer aussicht!

meine wenigkeit auf einem noch angenehm breiten pfad durch den morast

und zum schluss die welt der reichen, also meine welt, mit schoenem begruentem balkon hinten links oben, einer putzfrau die zweimal woechentlich kommt und sogar die hemden buegelt und dazu die sicherheitswachen am tor die tag und nacht den mit locker 3 m hohen stacheldrahtumzaeunten wohnkomplex bewachen. immer sind sie super nett und gut gelaunt und waschen dann noch die fetten auto der anwohner, die in der absoluten ueberzahl kenianer sind. kaum weisse also! hier sammelt sich die kleine aber reiche oberschicht von kenia im hochsicherheitstrakt, der vom balkon aus wunderbar gruen und friedlich daherkommt.

hier mit nele, ebenfalls praktikant bei der gtz, und unserem schwulen und genialen hostel-deskman im YMCA Hostel, wo ich die ersten 2 tage abgestiegen bin. dort gehe ich jetzt schwimmen, da die dort ein super grosser pool haben und man ganz entspannt einen kenianischen tee mit warmer milch trinken kann. im hintergrund zirpen die Zikaden und der laerm der stadt geraet in vergessenheit..


[…] images! (July 17, 2007). Thanks to Christian Rieck and […]
Pingback by Bio Latrines in Kenyan Slums — AfriGadget Archive :: July 17, 2007 @ 6:17 pm